Wandern ist mehr als Spazierengehen

Sicherheitstipp Sicheres Vorarlberg

Presseaussendung

Wandern hat schon längst das verstaubte und langweilige Image abgelegt. Dabei wird die Gruppe der Wanderbegeisterten immer vielfältiger. Familien, junge Paare, Seniorinnen und Senioren, sowie Jugendliche: Sie alle sind in den Bergen zu finden.

Wandern zählt aber nicht nur zu einer der beliebtesten Bergsportarten, sondern auch zu einer der meist unterschätzten. In der Wandersaison 2022 verunfallten 2773 Wandernde in Österreich*. Davon erlitten rund 15 Prozent (442 Personen) schwere Verletzungen. Für 106 Personen endete der Unfall beim Wandern tödlich. Bei den Unfallursachen liegen Stürze, Stolpern und Ausrutschen an erster Stelle, gefolgt von Verirren und Versteigen, sowie Erschöpfungszuständen.

 

Wichtig zu wissen

Eines der grundlegendsten Dinge beim Wandern ist die Wegebeschilderung zu kennen. In Vorarlberg gibt es 3 Wegekategorien:

  • Gelb-weiß steht für leichte Spazier- oder Wanderwege, welche gut ausgebaut und für alle Altersgruppen geeignet sind.
  • Weiß-rot-weiß sind Bergwanderwege, welche meist naturnah angelegt sind und Teilstrecken schmal, steinig und exponiert sein können. Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit ist hier bereits erforderlich. Bei Nässe sind diese Wegeschon als schwierig einzustufen.
  • Weiß-blau-weiß beschilderte Wege führen zu alpinen Steigen. Hier ist Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. Außerdem sind eine hohe Eigenverantwortung und Übung wichtig, denn auf den Steigen besteht erhöhtes alpines Risiko.

 

Planung ist das A und O

Um Unfälle zu verhindern, gibt es den PEAK–Bergcheck. Dieser Check unterstützt dich bei der Tourenplanung und Durchführung einer Wanderung. PEAK steht für Planung, Einschätzung, Ausrüstung und Kontrolle und soll dir dabei helfen nichts zu vergessen.

Zu Beginn jeder Tourenplanung muss man sich die Frage stellen, mit wem man die Wanderung unternimmt. Sind Kinder oder ältere Personen dabei? Wie fit und schwindelfrei sind die einzelnen Personen? Wie viel Erfahrung bringen alle mit? Aus dieser Einschätzung ergibt sich die passende Wegekategorie, die maximale Distanz und die Anzahl der Höhenmeter. Danach kann das Ziel und die Route gewählt werden.

Bereits bei der Planung gilt es, einen Blick auf den Wetterbericht und die aktuelle Wegesituation zu werfen, ob z.B. Gewitter angesagt oder Schneefelder auf dieser Tour zu erwarten sind. Davon beeinflusst sind Startzeit, Route und Ausrüstung zu wählen.

Plane immer genügend Zeit für Pausen und besonders für den Abstieg ein, denn hier passieren fast 80% der Wanderunfälle.

 

 

Ausrüstung

Grundausstattung für jede Wanderung sind feste Schuhe mit rutschfester Profilsohle, ausreichend Flüssigkeit und Proviant, Regen- und Sonnenschutz sowie eine Wanderkarte. Für den Notfall sollte auch immer ein Erste-Hilfe-Paket inkl. Rettungsdecke im Rucksack sein. Eine kleine Stirnlampe kann in Notsituationen ebenfalls hilfreich sein.

Bleibe aufmerksam

Während der Wanderung gilt es immer wieder, sich zu orientieren und die Zeitplanung zu kontrollieren. Auch das Wetter sollte im Auge behalten werden, um bei einem Schlechtwettereinbruch rechtzeitig umdrehen oder Schutz in einer Hütte suchen zu können. Raste regelmäßig und schau immer wieder, ob es allen in der Gruppe gut geht.

Weitere Infos, mehr Details zum PEAK-Bergcheck und aktuelle Kursangebote (Familienwandertage und Wandertouren leicht bis schwer) findest du unter sicheresvorarlberg.at.

 

Freundliche Grüße
Mario Amann, Dr. B.A.
SICHERES VORARLBERG

 

Datum                   10.06.2024

Inhalt                     475 Wörter | 3452 Zeichen

Beilage                  1 Foto | Quelle: Sicheres Vorarlberg

Quelle:                  *Österr. Kuratorium für Alpine Sicherheit | Ausgabe Sommer 2023 | Betrachtungs- zeitraum: 11/2021 bis 10/2022

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